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Chronik

Die erste urkundliche Überlieferung der
Freiwilligen Feuerwehr Lengdorf stammt vom 21.Oktober 1876. Das Kommando der
freiwilligen Feuerwehr richtet darin ein Gesuch an das Königliche Bezirksamt in
Erding um eine Unterstützung zur Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen.
Chronik 1

Damit war die Grundlage für eine einsatzbereite Feuerwehr geschaffen. Mit den Übungen
nahm man es damals schon sehr genau. Eine Vorschrift des Feuerlöschwesens vom
24.Aprl 1874 forderte 4 Übungen pro Jahr von jeder Pflichtfeuerwehr. Blieb ein
Mitglied ohne triftige Entschuldigung fern, so drohten drastische Strafen:
Geldstrafe von 60 Mark oder bis zu 14 Tagen Haft. Bei den Lengdorfern war dieser
Druck überflüssig, denn sie kamen freiwillig und brachten viel Idealismus und
Einsatzbereitschaft mit. Es gab auch eine Menge zu tun; so ist uns zum Beispiel
eine Aufstellung der Einsätze aus dem Jahre 1877 schriftlich überliefert.

 

Bald reichte dir Ausrüstung zur effektiven
Brandbekämpfung nicht mehr aus. Die Lengdorfer Wehr benötigte eine neue Spritze.
Ein Kaufvertrag aus dem Jahre 1884 gibt uns genaue Auskunft über die fahrbare
Saug- und Druckspritze, die die Gemeine Lengdorf für 1200 Mark in München
Chronik 2bauen ließ. "Auf einem soliden Wagen gebaut, mit Laternen daran sollte sie im Ernstfall 200 Liter Wasser pro Minute auf eine Entfernung von 27 Metern werfen können." Das Zubehör: 30 Meter Hanfschläuche mit Messingverschrauben war im Kaufpreis inbegriffen. Für entlegene Brandstellen brauchte die Lengdorfer jedoch mehr Schläuche. Kurzerhand richtete der Kommandant Gribl 1884 ein Gesuch an die
Königliche Brandversicherungskammer in München. Mit Erfolg: 150 Mark wurden für weitere 60 Meter Hanfschläuche zur Verfügung gestellt. Die Feuerwehrleute trugen auch selbst zum Ausbau der Ausrüstung bei. So zahlte z.B. jedes Mitglied einen monatlichen Beitrag von 20 Pfennig zur Anschaffung neuer Geräte.



Es gab auch Rückschläge: 1905 erlitt der
Steiger Jakob Mooser beim Einsatz eine Augenverletzung, so dass die
Landesunterstützungskasse für die freiwilligen Feuerwehren um Hilfe gebeten
werden musste. 1,50 Mark pro Tag Arbeitsunfähigkeit betrug die Unterstützung.
für die Zeit des ersten Weltkrieges und die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen
gibt es wenige Überlieferungen. Nach dem zweiten Weltkrieg musste neu begonnen
werden. Eine neue Vorstandschaft mit Josef Pointner als 1. Vorstand legte
Chronik 4Chronik 31948 mit der Satzung für die freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Lengdorf den rechtlichen Rahmen für den Wiederaufbau. Es fanden sich schnell wieder viele freiwillige Feuerwehrmänner, so dass die 1934 durch Gemeinderatsbeschluss
eingeführte Pflicht-feuerwehr durch eine freiwillige Feuerwehr ersetzt wurde. Eine Theaterspielgruppe wurde gegründet, die jedes Jahr mit viel Erfolg und Beifall Volksstücke aufführte. Der Erlös diente zur Anschaffung von
Feuerwehrgeräten.Am 25.06.1950 was es dann soweit. Mit neu getünchten Häusern, Kränzen und Tannengewinden geschmückt, war Lengdorf zum Empfang der Gäste zur Fahnenweihe der FFW gerüstet. "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" war der Wahlspruch auf der Fahne, die Pfarrer Zurrer mit einem feierlichen Festakt weihte. Kommandant Josef Pointner konnte 42 Vereine begrüßen. Die Walpertskirchner standen damals
als Patenverein zur Seite.

 


Die Feuerwehr
verstanden es nicht nur Feste zu veranstalten, sie konnte auch
zusammenarbeiten. 1964 entstand in Chronik 5Gemeinschaftsarbeit
ein neues Gerätehaus. Kurz darauf motorisierte die Gemeinde ihre Wehr mit einem modernen Löschfahrzeug. LF 8 mit Zusatzspritze war die stolze Neuanschaffung.
Chronik 6













Jetzt hieß es üben mit dem neuen Gerät. Am 8.Juli 1965 stellten sich 18
Feuerwehrmänner der Prüfung zum Leistungsabzeichen; mit Erfolg. Nach dem Motto:
"Aller guten Dinge sind drei" legte kurze Zeit danach auch die 3. Gruppe das
Leistungsabzeichen ab. Der jetzige Kommandant Herbert Bauer war knapp 3 Monate
im Amt als er auch schon im Juli 1971 beim Großbrand, der die Stallungen des
Menzinger Anwesens völlig zerstörte, seine "Feuerprobe" bestehen musste. In den
vielen Einsätzen bei Bränden, Überschwemmungen und anderen Notfällen leitet er
mit iel Einsatzbereitschaft, Idealismus und Geschick die freiwillige Feuerwehr
Lengdorf bis heute. Vorstand Anton Gugetzer, der im Mai 1978 in sein Amt gewählt
wurde, übernahm mit dem Festausschuss die schwierige Aufgabe, dieses Fest zu
gestalten. Das 100 jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe setzt einen neuen
markanten Punkt in der bewegten Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Lengdorf.